Gestatten, Diethard Ludley

Typreferent für Vicky III – IV Tory Avanti Super Luxus Preciosa – Diethard Ludley

Wir stellen hier regelmäßig unsere Typreferenten für die einzelnen Victoria Modelle vor.

Ich heisse Diethard Ludley und wohne in Bremen.

Geboren bin ich 1939 in Thüringen und kam mit Familie 1950 nach Brake/Unterweser. Dort sprachen die damals alle Plattdeutsch. Das war ein großes Problem und hat auch gedauert, bis das alles in meine Ohren passte!

Nach der „Penne“ 1957 lernte ich Maschinenbau und E-Technik kennen, was alles auf Schiffbau ausgelegt war. Dann folgte ein Praktikum in einer Gießerei, wo Dinge für die Marine gegossen wurden.

Es folgte ein Maschinenbaustudium und meine berufliche Arbeit begann als Konstukteur bei einer Bremer Firma, die Decksmaschinen für Öltanker herstellte. Dort begann auch meine kaufmännische Arbeit, nämlich weg vom Zeichenbrett!

Es folgte ein Wechsel ins Marketing für den Bereich „Kälte, Wärme, Schall“ und danach 25 Jahre Marketing für einen Salzburger Modellbahnhersteller.

Wie kam ich 1957 auf Victoria? Weil die VICKY III-Mopeds einfach „IN“ waren. Hatten sie ja einen starken Motor, geilen Klang und schon etwas motorradmäßiges Design.

Bei meinem Lehrlingslohn von 25 DM/Monat war die Anschaffung einer VICKY III mit einem Preis von 625 DM völlig illusorisch. Aber mein Lehrmeister, nicht ganz uneigennützig, verschaffte mir Wochenendschichten am Braker Hafen, um mir diese viele „Kohle“ zu verdienen. Konnte dann ja schnell irgendwo hinfahren, um arbeitsmäßig etwas zu erledigen. Könnte man auch mit dem Auto machen? Es gab aber nur eines. Das hatte der Chef! Und was die Betiebskosten, wie Versicherung samt Sprit anging, da war der nicht geizig!

Dabei fällt mir ein, daß er dem Altgesellen brutto 69 Pfennig/Stunde bezahlte! Das waren Zeiten!

Mit der VICKY III hatte ich nun die Anschubfinanzierung für die weiteren Victorias geschaffen.

2. Lehrjahr VICKY IV Export. 3. Selbstmörder-Avanti. 4. Super Luxus.

Dann folgten lebenswichtigere Dinge und Victoria geriet mehr und mehr in den Hintergrund. Vergessen wurden die Mopeds aber nie! So kommt es, wie es kommen muß!

1988 mit Auto an roter Ampel. Gehört hab ich es ja eindeutig, was da kommen könnte! Geglaubt aber eher nicht! Einer auf VICKY III umfährt die Ampel auf dem Fahrradweg. Ampel grün und hinterher. Nicht gefunden, aber davor auch nicht geglaubt, daß ich jemals wieder solch ein Moped sehen würde. Also auf die Jagd!

Visitenkarten (hinten) mit Stempel versehen: Suche VICKY III Preis egal!

So bekam eine schrottige 1954er VICKY III im Herbst 1988 wieder ein neues zuhause. Aber Ersatzteile zu finden und das ohne internet? Das war schwierig! Hat auch alles lange gedauert. Im April 1989 stand sie aber wiede r da und hatte ihre 2. Geburt erlebt.

Nun war die Jagd eröffnet und der Traum, alle Victorias wieder fahren zu können, könnte nun Wirklichkeit werden.

1994 konnte ich eine schwedische 1956er VICKY IV Exportversion bekommen. 1997 eine Super Luxus der 1. Serie und 1999 eine Avanti-Duo von 1960.

Inzwischen war mir die VICTORIA-IG. bekannt und mit der Super Luxus gings 2001 auf deren Achsen 150 km. zum Jahrestreffen bei Uwe Habersetzer nach Tangstedt.

War ja das absolute highlight, daß so viele Victorias dort zusammenfanden und auch gefahren werden.

Seit dem Treffen 2001 engagiere ich mich für die Belange der 50ccm Fraktion innerhalb unserer VICTORIA-IG.Motor Classics Bremen 2006. In der Kategorie „Motorräder“ bekam ich für meine Avanti Duo den 1. Preis „Spirit of the show.“ Moderator ist Andy Schwietzer von „Oldtimer Markt“.

Gloria Victoria! Diethard.

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